Geonauten #58 - Globalisierung
Shownotes
Was haben Containerschiffe, globale Produktionsnetzwerke, soziale Beziehungen und die deutsche Nationalmannschaft gemeinsam? Mehr als man auf den ersten Blick vermuten würde.
In dieser Folge werfen Holger und Hannes einen geographischen Blick auf die Globalisierung. Ausgehend von den Arbeiten von Benno Werlen und Johannes Glückler diskutieren sie, warum Entfernungen heute eine geringere Rolle spielen als noch vor 200 Jahren, wie globale Produktionsnetzwerke entstehen und weshalb Digitalisierung die weltweite Vernetzung weiter beschleunigt. Gleichzeitig geht es um die Frage, warum Orte trotz aller Globalisierung keineswegs an Bedeutung verlieren – sondern in vielen Fällen sogar wichtiger werden.
Eine Einführung in eines der zentralen Konzepte der Humangeographie – zwischen Transportrevolution, globalen Wertschöpfungsketten und der Neuorganisation gesellschaftlichen Zusammenlebens.
**Shownotes: ** Glückler, J. (2022). Das globale Dorf: Die Geographie der Weltwirtschaft. Ruperto Carola, (19), 70-77.
Werlen, B. (2000). Die Geographie der Globalisierung: Perspektiven der Sozialgeographie. Geographische Revue: Zeitschrift für Literatur und Diskussion, 2(1), 5-20.
Transkript anzeigen
00:00:04: Die Geonauten, der Geografie-Podcast mit Hannes Lamans und Holger Kretschmer.
00:00:27: Hallo Hannes, wie ist es?
00:00:29: Moin!
00:00:29: Ja, liebste Newt und selbst...
00:00:31: Muss muss aber mann.
00:00:33: die letzte Folge ist schon
00:00:34: ganz schön.
00:00:34: was hier.
00:00:35: Oh ja stimmt das habe ich auch gesehen.
00:00:36: Aber weißt du im Frühsommer oder späten Frühling, da kommt jetzt aufs Gleiche raus, muss man sich auf jeden Fall mal ganz schön anstrengend die ganze Arbeit zwischen all diesen Feiertagen unterzubringen.
00:00:45: Erster Mai Himmelfahrt Pfingsten, Pfingstferienfrohen Leichnam Und da gibt es auch Blockpraktikum und Exkursionen.
00:00:51: Und sonst wie, da bleibt echt nicht viel Zeit übrig für diese reguläre Arbeit.
00:00:55: Allerdings bleiben dann auch Dinge auf der Strecke die wir zwar lieben aber für die wir nicht so richtig bezahlt werden wie dieser Podcast hier?
00:01:00: Es soll ja Menschen geben, die glauben immer noch dass wir für diesen Podcast hier die fette Kohle nach Hause tragen.
00:01:06: Ja ich würde sagen dafür gibt's zu wenig Werbung.
00:01:08: vielleicht sollten wir die mal einführen oder wir machen das als Videopodcast Oder Bühnshow.
00:01:12: Das sind doch so.
00:01:13: die heißen Sachen mit denen man im Moment so Als Podcaster
00:01:16: Geld
00:01:16: machen kann habe ich gehört.
00:01:18: Ja, auch.
00:01:19: Aber belassen wir es doch bei dem Hobby hier.
00:01:22: Apropos Hobby... Du als Sportwissenschaftler bist du eigentlich schon im WM-Fieber?
00:01:26: Wir nehmen heute auf an den Tag nach der Eröffnung.
00:01:30: Du hast bestimmt schon einiges über die deutsche Hobbietruppe in den USA gesehen.
00:01:35: Nee!
00:01:35: Die WM hat mich noch nicht.
00:01:36: Gar nicht.
00:01:37: Vielleicht kommt das noch.
00:01:38: Ich weiß es nicht.
00:01:39: Das erste Spiel der Deutschen ist ja erst noch aber für mich ist es nur Geldmacherei.
00:01:43: Tut mir leid.
00:01:44: Alles was ich darüber höre kotzt mich einfach nur noch an Angefangen von den ... Das IOC ist ja schon schlimm, aber die haben wenigstens die olympische Karte.
00:01:55: Und die tun wenigstern so als hätten sie irgendwelche Ehrenideale.
00:01:58: Aber die FIFA ist einfach nur noch beim Geld hinterher und ich muss sagen, da hab' ich echt wenig Bock auf ihn.
00:02:04: Ich guck mal gucken!
00:02:04: Sechzehn-Tin-Final?
00:02:05: Ich bin irgendwie verrückt dass nach der Gruppenphase erst mal nur so vier Mannschaften wieder auch raus sind... Ich versteh's doch noch nicht ganz das... Also ich find es auch irgendwie strange, dass das... Naja.... Es ist doch eigentlich eine allgemeine globale Sportveranstaltung aus geografischer Sicht.
00:02:17: Ist das auch für dich vor allem voll interessant oder?
00:02:19: Ach, Spaß mit Flaggen kann man noch anders haben ohne Fußball.
00:02:23: Globalisierung ist aber ein gutes Stichwort.
00:02:25: wir haben uns in den letzten Folgen ja immer auch mal so bei Wertschöpfungsketten und globale Produktionsnetzwerke unterhalten Und dass es ja alles unter dem großen Thema Globalisierung einzusortieren.
00:02:35: Und ich dachte, wir machen heute einfach mal was zur Globalisierung.
00:02:38: Hier globale Produktionsnetzwerke und globale Sportveranstaltungen.
00:02:43: Wie immer die Kurve kriegst hier.
00:02:44: Globalisierung!
00:02:45: Faszinierend, Heuger?
00:02:46: Komm, hau raus!
00:02:48: Wien?!
00:02:49: Die Definition hier...
00:02:50: Also
00:02:51: zur Globalisierung,
00:02:52: oder?
00:02:52: Ja, zur Globalisation.
00:02:53: Globalisieren lässt sich als Prozess der Intensivierung weltweiter, wirtschaftlicher wie auch kultureller und sozialer Beziehung verstehen.
00:03:01: Das ist erstmal noch ganz einfach.
00:03:03: Dabei kommt es zu einer zunehmenden Integration von Märkten, Wirtschaftssektoren und Produktionssystemen in der Folge des strategischen Handelns mächtige Akteure wie zum Beispiel transnationale Unternehmen oder einzelne Nationalstaaten.
00:03:16: Ach, hör mal!
00:03:17: So einfach ist das – und das kam jetzt so ganz spontan, wo du schon auf die Globalisierung hingeleitet hast.
00:03:21: Super!
00:03:21: Kannst du das aber trotzdem noch einmal hier für mich unter seinem Stein hervorguckt übersetzen?
00:03:28: Kann ich?
00:03:28: Und natürlich war das alles ganz spontan, wir schreiben ja keine Skripte.
00:03:31: Anthony Giddins hat in dem Jahr nineteen fünf neunzig zur Globalisierung schon gesagt.
00:03:35: unter Globalisierung versteht man die Intensivierung weltweiter sozialer Beziehungen.
00:03:41: durch diese Intensiverung entfernte Orte miteinander verbunden werden Das Ereignis an einem Ort beeinflusst quasi das was an einem ort viele Kilometer entfernt passiert und umgekehrt.
00:03:57: Also Globalisierung ist quasi die Einflussung von Ereignissen an einem Ort durch Entscheidungen, die an einem Online-Out getreffen werden also der die Entfernung spielt nicht mehr die Rolle.
00:04:07: mittlerweile alles so sehr vernetzt auf der Erde.
00:04:09: Genau
00:04:09: in Grundzügen ist das genauso.
00:04:11: Also Gildens sprecht jetzt aber nicht von wirtschaftlichen Beziehungen sondern von sozialen Beziehung.
00:04:16: oder du meintest ja eben was hast du mal gesagt?
00:04:18: Soziale
00:04:19: Wirtschaftlich.
00:04:21: Also ich dachte Globalisierung, für mich ist das immer sofort ganz klar mit Wirtschaftsgeografie verbunden.
00:04:28: Wie es in der ersten Definition hier auch genannt hast.
00:04:30: Ja!
00:04:31: Hannes, Hannes... wie lange machen wir das jetzt schon?
00:04:34: Wir sind in der Human-Geografie.
00:04:37: Mit der Globalisierung ist es mit den anderen Themen.
00:04:39: Du musst einfach gucken aus welcher Perspektive du das Phänomen
00:04:42: betrachtest.
00:04:44: Außerdem
00:04:45: ist das Thema auch ziemlich groß.
00:04:47: Das, was ich hier als Definition
00:04:48: rausgehauen habe.
00:04:48: Es ist quasi globales Ausmaß.
00:04:50: Ja, das Globales Ausmask genau!
00:04:51: Also das, was Ich ja an Definition herausgehauen
00:04:53: hab...
00:04:54: ...das ist sicherlich nur ein kleiner Ansatz und es lässt sich auch nicht in einem Satz zusammenfassen.
00:04:59: Da heißt natürlich recht ne?
00:05:00: Du deine Perspektiven aus welchem Blickwinkel schauen wir jetzt drauf?
00:05:03: Nicht aus Raumperspektiven geht schon um fachliche Perspektive Und die Wirtschaftsgeografie schaut nämlich anders auf das Phänomen als zum Beispiel die Sozialgeografien.
00:05:11: Na da hilft aber dann jetzt diese Definition nicht so richtig weiter.
00:05:15: Nee, das stimmt.
00:05:17: Also in Grundzügen kann man sich das auf jeden Fall schon mal merken.
00:05:19: aber vielleicht gucken wir uns das Phänomen einfach mal im zeitlichen Verlauf und in der Entwicklung an denn dann wird glaube ich klarer warum die Wirtschaft durch das zentrale Thema immerhin eine Diskussion ist.
00:05:30: Der Einfluss der Globalisierung aber deutlich über die wirtschaftliche Zusammenhänge hinausgeht.
00:05:35: Hast du eigentlich wieder deinen schwarzen kaputzen Pulli an?
00:05:37: Ich weiß worauf du hinaus willst meinst ein schwarzes T-Shirt.
00:05:40: Aber ich fahre nach Hamburg wegen des Miniatur Wunderlandes und nach Davos zum Skifahren.
00:05:45: Nicht wegen anderer Veranstaltungen!
00:05:48: Und ich bin auch ganz schlecht im Steine werfen, aber lass uns bei der Globalisierung bleiben... Ich möchte das Thema anhand von zwei Texten verdeutlichen.
00:05:55: Zum einen ein Text von Benoverlen aus dem Jahr zweitausend und zum anderen ein Text vom Johannes Glückler aus dem Jahre-Zwei-Tausend-Zwanzig.
00:06:03: Ja da liegt ja schon bisschen Zeit dazwischen ne?
00:06:06: Ja, daran sehen wir das.
00:06:07: Globalisierung ist schon ein bisschen länger beschäftigt.
00:06:09: Aber deswegen ist es auch ganz gut für den Einstieg geeignet.
00:06:13: Denn Wern war bis zum Jahrzehnt, in einem Bis-Zwei-Tausendachzehn Professor für Sozialgeografie in Jena hat den Text aber schon fast zwanzig Jahre vorgeschrieben, den ich da hatte.
00:06:23: und Glückler ist Professor für Wirtschaftsgeographie der Zukunft an der LMU
00:06:29: in München.
00:06:29: Auch sonst?
00:06:31: Genau!
00:06:32: Und letzterer ist eben in der Wirtschafts-Geografie Und vor allen Dingen in der Relationalen Wirtschaftsgeografie verhaftet, also er betrachtet vieles mit Abhängigkeiten und Netzwerken.
00:06:41: Das sollte man vielleicht zum besseren Verständnis wissen
00:06:43: vorher.
00:06:43: Also ich erinnere mich an die Folge hier zur Relational-Wirtschaftsgeographie?
00:06:48: Genau!
00:06:48: Da tauchte der auch schon mal auf.
00:06:49: Aber kommen wir zurück zu Globalisierung.
00:06:51: In vielen Dingen sind sich diese beiden Autoren einig.
00:06:58: Beide gehen davon aus, dass wir sowas wie eine raumzeitliche Schrumpfung hatten.
00:07:01: Auch wenn sie das nicht so nennen oder nicht wortwörtlich so nenn werden.
00:07:06: Formuliert es ein bisschen vorsichtiger sagt die Bedeutung der Distanz als Handlungshemmnis nimmt
00:07:11: ab.
00:07:12: Ja ich erinnere mich ja klingt jetzt in diesen Worten so ein bisschen nach Science Fiction und Raumschiff Enterprise.
00:07:17: Genau
00:07:17: Raumzeit der Schrumpfun wie mich rauf Scotty.
00:07:20: aber so hoch müssen wir gar nicht hinaus denn letztlich geht's darum das Technik den Transport revolutioniert hat.
00:07:27: Das heißt, wir können heute Güter und Menschen, vor allen Dingen Güter aber eben auch Menschen mit der Eisenbahn, mit dem Schiff, mit einem Flugzeug deutlich schneller transportieren als noch vor zweieinhalb Jahren.
00:07:36: Und damit werden Distanzen zwar nicht geringer also ne?
00:07:39: Die Erde schrumpft ja nicht!
00:07:41: Aber wir können sie eben schneller überwinden.
00:07:44: Ja verstehe... Also Entfernung wenn jetzt bleiben gleich sind, aber nicht mehr so wichtig und die Transportkosten auch nicht.
00:07:50: Also wenn ich jetzt an die großen Fracht erdenke Das hatten wir doch auch jetzt hier, ich weiß nicht ob das die gleiche Folge war mit den klassischen Standorttheorien.
00:07:57: So eine dägende.
00:07:57: Transportkosten sind ein wichtiger Faktor und...
00:08:00: Genau!
00:08:00: Und wenn eben die Transportkosten, transportkosten Minimalpunkt gibt es ja die Theorie Wenn dieser Faktortransport und die Kosten davon eben an Bedeutung verliert dann trifft man vielleicht auch Standortentscheidungen anders.
00:08:13: Ja klar Also der Faktordistanz verliert an Beteutung und die Transportkosten sinken und deshalb kann ich jetzt ... in Asien produzieren.
00:08:22: Und das ist so viel günstiger, dass die Transportkosten da nicht ins Gewicht fallen?
00:08:26: Genau!
00:08:26: Die fallen nicht mehr so sehr ans Gewicht.
00:08:28: und hinzu kommt dann noch... ...dass wir so in den letzten achtzig bis hundert Jahren auch eine ganze Reihe von Handelserleichterungen hatten durch Bilaterale oder auch größere Handelsabkommen, Zollregeln usw.
00:08:40: Trump lässt grüßen.
00:08:42: In der Summe sind es nicht die Transport-Kosten sondern auch noch Koordinationskosten und Kommunikationskosten,... Also nicht nur die Transportkosten.
00:08:52: Aber dass Transportkosten irgendwie doch noch eine Rolle spielen, sehen wir halt in der jüngsten Zeit.
00:08:56: wenn eben Transportwege gestört werden und sie dann doch wieder ins Gewicht fallen weil Transport einfach nicht stattfinden kann oder weil Wege weiterwerden Dann wird Transport eben auch wieder teurer.
00:09:07: Und ganz gleich ob das jetzt in der Straße von Hormuz ist mit Ein Physisch oder durch Zölle mit den USA.
00:09:14: Oder einfach durch eine Pandemie,
00:09:15: wo wir das Problem auch schon hatten.
00:09:17: Und es wird immer wieder diskutiert und da jetzt nicht nur von Globalisierungsgegnern die per se das Dorf finden ob wir nicht jetzt unabhängiger von solchen Lieferketten sein sollten?
00:09:25: Genau passiert aber nicht weil's eben sehr etablitische Strukturen gibt mit Lieferketten
00:09:29: und
00:09:29: Produktionsnetzwerken.
00:09:31: Es ist ja auch nicht nur der
00:09:33: wahren Transport
00:09:34: globalisiert also der Transport sondern auch die Produktion und auch vor allen Dingen mittlerweile Und da sind wir dann bei Netzwerken die Produktion von Einzelteilen eines Produkts.
00:09:44: Damit ist ja nicht nur die Produktion zerlegt, sondern auch die Wertschöpfung.
00:09:49: Also das was verdient wird, wird auf mehrere Orte verteilt.
00:09:53: Das heißt es wird nicht mehr nur noch an einem Ort produziert.
00:09:56: also klassischen Beispiel T-Shirt aus Bangladesch vom Discounter, sondern Einzelteile.
00:10:00: Die Baumworte, das Garn, die Farben und so weiter kommen von unterschiedlichen Ortenländern, wird an einen weiteren Ort X zusammengebaut... verpackt wieder woanders und so weiter.
00:10:10: Genau,
00:10:10: da haben sich dann einzelne spezialisiert auf vielleicht die Produktion von Garn oder was auch immer... Und das spielt jetzt eine Rolle und dahin steht eine Wertschöpfung.
00:10:18: Und Glückler gibt als Beispiel in seinem Text das Beispiel Energyens, wo er sagt dass die Einzelteile einer solchen Hose schon fünfzigtausend Kilometer gereist sind bevor sie bei uns im Laden
00:10:29: landen.
00:10:30: Das ist so krass!
00:10:33: Bei der Globalisierung von Produktion entstehen eben solche Netzwerke mit spezialisierten Knoten, die eine besondere Bedeutung haben.
00:10:39: Diese Knotten lassen sich nicht so einfach ersetzen.
00:10:42: Knotend für Produktion gibt es da oder für Forschung und Innovation.
00:10:46: Und fürs Bankenwesen – man merkt schon – Produktion, Innovation, Banken-Wesen, da entsteht eine unterschiedliche Wertschöpfung.
00:10:53: Wenn man jetzt irgendwie das Silicon Valley oder Shenzhen mittlerweile auch in China, New York für Banken lange Zeit nimmt ja gerade ein bisschen ab die Bedeitung Das sind eben solche Knoten.
00:11:06: Aber du sagst, die lassen sich nicht so einfach ersetzen?
00:11:08: Warum lassen sie sich denn nicht umgehen?
00:11:10: Sind die so zentral?
00:11:11: Ja vor allem nicht die Orte.
00:11:12: Die Orte werden vielleicht noch beliebig aber weil sich da so Cluster gebildet haben, haben die eine besondere Funktion in diesem Netzwerk und diese Funktion lässt sich nicht leicht ersetzen.
00:11:21: das Ganze wurde auch schon filmisch übrigens sehr früh festgehalten
00:11:25: In einer Doku zur Globalisierung?
00:11:27: Fast!
00:11:28: James Bond im Angesicht des Todes.
00:11:32: Da versucht der Bösewicht mit einem künstlichen Erdbeben im San Andreas Graben, das Silicon Valley zu fluten.
00:11:38: Weil damals da die Microchips produziert worden sind und eher ein Monopol für die Produktion von Microchip erhalten
00:11:45: will.
00:11:46: Ich hab fast alle gesehen aber ich glaub den tatsächlich nicht...
00:11:48: Ich muss gestehen, ich kannte den auch nicht so wirklich!
00:11:50: Also, Achtzigerjahre ist da für mich auch ne Blackbox Roger Moore
00:11:53: Aber ich kann sagen Timothy Deltnett jetzt gehört.
00:11:55: Nee,
00:11:56: Roger Moore noch.
00:11:57: Wahrscheinlich an einer der letzten dann nur mit ihm oder?
00:11:59: Ja vermutlich
00:12:00: Ja, ja.
00:12:00: Okay aber zurück aus dem Bonduniversum zu unserer globalisierten Welt.
00:12:06: Mikrochips kommen doch heute eigentlich vor allem aus Asien?
00:12:09: Ja
00:12:10: und
00:12:11: genau daran sieht man auch dass sich diese Netzwerke schon verändern können und vor allem weil wir nicht nur über eine Überwindung von Distanzen reden und nicht nur bei der Vernetzung von Produktion sondern auch über eine schnelle Kommunikation.
00:12:26: also es hat sich die Distanz verkürzt, sondern auch die Zeit in der wir kommunizieren und auch die Verfügbarkeit von Informationen hat sich dadurch verändert.
00:12:36: Früher wurden vor allem Waren globalisiert also fertige Produkte heute sind es aber auch Informationen und vor allen Dingen auch daraus generiertes Wissen.
00:12:44: Also das heißt es gibt eine Globalisierung des Transports, der Produktion aber auch der Information.
00:12:49: Das wäre eigentlich alles weltweit in Echtzeit.
00:12:53: Genau, dadurch dass wir schnelles Internet haben sind Informationen natürlich auch nicht alle aber viele globaler verfügbar und das ist quasi eine neue Stufe wobei man sich streiten kann ob es jetzt wirklich eine Stufe ist.
00:13:04: Das würden die beiden in ihren Texten sicherlich ein bisschen vorsichtiger ausdrücken Aber es geht einfach deutlich schneller.
00:13:10: Digitalisierung beschleunigt die
00:13:11: Globalisierung.".
00:13:12: Also du hast gesagt, die sind sich ... Werlen und Glückler, zweiundzwanzig Jahre liegen zwischen Texten oder wie viel war das?
00:13:18: Sind sich trotz der Zeitunterschieds großteils einig.
00:13:21: Wo sind denn dann die Unterschiede, wenn du sagst, da wird's ja irgendwas eigentlich Unterschiede geben, oder?
00:13:26: Genau!
00:13:26: Wählen wir als Sozialgeograph... Und für den sind gar nicht Transportproduktion ... Die
00:13:30: Perspektive!
00:13:31: Genau!
00:13:32: Für denen sind gar keine Transportproduktionen, Kommunikationsrevolution irgendwie wichtig sondern für ihn liegt das alles oder diese ganze Veränderung, diese ganze Globalisierung in einer Entankerung sozialer Beziehungen.
00:13:46: Also seine These ist dass die Beziehung nicht mehr eine lokale Anwesenheit erfordern.
00:13:51: Für eine Beziehungszeit muss sich nicht mehr an einem Ort sein, sondern durch die schnelle Kommunikation kann ich auch an unterschiedlichen Orten sein und dadurch werden Arbeitskräfte mobiler und das ist quasi seine Ursache für was dann wirtschaftlich passiert.
00:14:05: Das ist
00:14:05: nicht
00:14:06: verwunderlich als Sozialgeograph,
00:14:08: dass er
00:14:08: eher so eine soziale Komponente hat.
00:14:10: Es gibt zwar immer
00:14:10: noch Arbeitskräfte
00:14:12: die ihre Familien unterstützen aber die müssen nicht mehr am gleichen Ort arbeiten und Unternehmen entscheiden in Zentralen was wo produziert wird.
00:14:21: für Wellen geht es aber bei der Globalisierung eben nicht so sehr
00:14:24: um Waren sondern
00:14:26: um diese Neuorganisation der
00:14:27: Gesellschaft.
00:14:28: Ja okay Sozialgeograf das ist ein Fokus da liegt selbst erklärt ja.
00:14:32: Für Wellen überwiegt dieser soziale Aspekt Und damit liegt er ziemlich auf der Linie von Giddens, der auch nur von sozialen Beziehungen gesprochen hat.
00:14:39: Gar nicht von wirtschaftlichen in seiner Definition am Anfang.
00:14:42: und Wellen bezieht sich bei Sozial im Übrigen auch nicht nur auf die Individuen sondern auch auf Institutionen und Organisationen.
00:14:48: also deren Interaktion ist für ihn quasi ein soziales Konstrukt.
00:14:53: Wenn man das zusammenfasst könnte man vielleicht sagen früher waren soziale Beziehung stärker lokal verankert.
00:15:00: heute sind sie zunehmend über Distanzen organisiert und das geht eben über die schnelle Kommunikation.
00:15:06: Oder noch pointierter, was früher das Dorf war ist heute die Welt?
00:15:10: Und das braucht neue Strukturen ja verstehe ich.
00:15:13: aber wenn wir bei der Globalisierung die Räume so leicht überbrücken können und die sozialen Beziehungen dann wird für die doch der Raum also unwichtig oder nicht beliebig.
00:15:21: die also oder...
00:15:23: Ja also das könnte die These sein ne!
00:15:24: Der Raum wird unwichtig.
00:15:25: damit auch die Geografie übrigens großes Thema in der Geographie Aber auch da sind sich beide Texte eigentlich.
00:15:31: nein.
00:15:32: Je globalisierter die Welt, desto wichtiger wird eigentlich Raum.
00:15:35: Okay aber warum?
00:15:37: Weil wir immer noch diese Knoten haben in den globalen Netzwerken und weil Entscheidungen an einem Ort oder einem Knotenn im Auswirkung auf andere Orte haben.
00:15:46: Also bloß weil der jetzt die Distanz so überbrückt wird werden die Orte nicht beliebig.
00:15:51: Okay Fred
00:15:51: Scholz hat damals ein Modell gehabt das passt nicht so hundertprozentig hier aber sei es das Modell der fragmentierten Entwicklung.
00:15:56: dann geht's also wie können sich Orte das ja nicht entwickeln im Zuge der Globalisierung.
00:16:01: Und da gibt es globale Orte, es gibt globalisierte Orte und es gibt sowas wie die neue Peripherie.
00:16:07: Globale Orten sind Orte an denen die Entscheidungen getroffen werden also da wo die multinationalen Konzerne sitzen oder große industrialisierte Länder.
00:16:18: und die globalisierten Orte sind dann die Orte in denen produziert wird
00:16:24: Also die Werkbank der Globalisierung oder der globalen Wirtschaft.
00:16:28: Genau
00:16:28: und das sind oft nur scheinbare Profiteure, weil sie nämlich abhängig sind von den Entscheidungen in den globalen Orten.
00:16:35: Und das ist das was ja so ein bisschen kritisiert oder ziemlich stark kritisieren.
00:16:39: diese Abhängigkeiten bestehen.
00:16:41: es gibt zwar auch die Theorie dass sich diese globalisierten Orte dann weiterentwickeln können aber nach allem was ich so weiß ist das Entwicklungspotenzial zumindest überschaubar oder wird zumindest als Überschauber
00:16:53: eingeschätzt im Moment.
00:16:54: Die weit unten in der Wirtschaftskette?
00:16:55: Genau, also so richtig viele Länder die es nach oben geschafft haben sehen wir jetzt mal China ab die ja auch einen sehr speziellen Kapitalismus haben.
00:17:02: ich weiß nicht ob Scholz das so gesagt hat aber gibt ihm die globalen Orte es gibt die globalisierten Orte und dann gibt's den Rest der Welt und in der Diskussion um diese These wurde das dann gerne auch das Meer der
00:17:13: Armut genannt.
00:17:14: Ja, das ist echt plakativ.
00:17:16: Aber das ist ja eigentlich auch ein Kernpunkt der, finde ich aus sehr berechtigten Kritik an der Globalisierung.
00:17:21: Also dass halt die Profite oder das einfach sehr konzentriert sind nur wenige Länder-Menschen gesellschaften profitieren?
00:17:29: Genau!
00:17:29: Das ist ein Kritikpunkt.
00:17:31: und wir haben natürlich mittlerweile nachdem wenn man fragt wieder eine Verschiebung... Wir haben eine Migration von Arbeitskräften und so Geschichten.
00:17:39: Da haben wir aber der letzten Fußball-WM auch was drüber gehört, ne?
00:17:41: Wir haben da Stadien gebaut hat... Alles das spielt ein bisschen in diese Theorie die zugegebenermaßen auch wieder schon ein bisschen älter ist.
00:17:48: Da gibt es heute sicherlich noch ein bisschen Neueres, aber ich wollte's nicht zu sehr
00:17:50: überfragen.
00:17:51: Ja, aber die globale Gesellschaft, sofern sie existiert als ganzes profitiert halt nicht.
00:17:56: Das kommt wieder drauf an Weno Frans!
00:17:58: Ewer uns da verlieren.
00:18:00: Ich fasse mal kurz zusammen ja dass ich alles richtig mitgeschnitten habe.
00:18:04: Globalisierungsstufen oder Revolution, einmal Transport, Produktion und dann Kommunikation.
00:18:11: Und dadurch entstehen immer wieder neue Netzwerke und die sind zum einen auf wirtschaftlicher Ebene, zum anderen aber auch auf der sozialen Ebene je nachdem aus welcher Perspektive man jetzt dieses Phänomen betrachtet.
00:18:21: Je globalisierter die Welt ist, je schneller wir den Raum überbrücken können desto wichtiger werden die Orte weil Entscheidungen an Orten getroffen werden Die Bedeutung für den Ort selber sind auch für andere Orte haben, also bald entfernte Orte.
00:18:37: Genau das sind die globalen Netzwerke
00:18:38: im Prinzip.
00:18:39: Ja gut, das trifft es ganz gut und Globalisierung geht jetzt nicht immer nur um die wirtschaftlichen Verpflichtungen sondern halt auch um neue Organisation gesellschaftliche Zusammenlebens.
00:18:51: Unsere Gesellschaft verändert sich durch die Globalisierung.
00:18:54: Und ob wir demnächst noch die reiche Industrienation sind?
00:18:56: Das können wir mal abwarten.
00:18:58: Noch ein bisschen mehr... Sarkasmus zum Schluss.
00:19:00: Aber bitte, mit Sahne dazu drauf!
00:19:02: Vor diesem Hintergrund war eine Entscheidung in Beaverton, Oregon und in Frankfurt am Main hochdramatisch für einen kleinen Ort in Mittelfranken – mit Namen Herzogen-Aurach.
00:19:16: Du meinst, weil die deutsche Nationalmannschaft zum letzten Mal bei einer WM mit drei Streifen auf der Schulter auflaufen wird?
00:19:22: Genau das nächste mal mit dem Wusch.